Bevor ich am Nachmittag abmarschierte, machte ich noch einige Besorgungen. So ging ich zur Apotheke und kaufte Pflaster, die davor schützen sollen, Blattern zu bekommen. Die günstigen braunen Hansaplast-Pflaster erfüllen ihren Zweck besser als diese überteuerten Spezialpflaster. Die Marketingabteilung hat sich einen kleveren Spruch einfallen lassen: "zweite Haut". Diese zweite Haut kann aber leider nicht atmen. Es kann also gut passieren, dass sich eine bereits vorhandene Wunde sich unter dieser zweiten Haut entzündet. Ich habe frische Früchte gekauft und zum Frühstück ein Bircher-Müesli gemacht. Die Sauna hat mir gut getan.
Als ich losgelaufen bin, war ich noch bei schlechter Laune. Es war schon nach 15 Uhr und ich hatte keine Lust noch fünf Stunden zu laufen. Diese Langlaufloipen sind aber der Hammer: wunderschöne Pisten mitten in schneeverschneiten Wäldern. Da ging es mir plötzlich wieder gut. Als ich auf dem höchsten Punkt angekommen bin, habe ich die Felle von den Skiern entfernt und bin mit Skatingschritten und Doppelstockstössen - so gut es mit zwanzig Kilo Gepäck ging - nach Brucksvallarna gelaufen. Bei Ankunft war es bereits dunkel. Ich ging zum Fjällhotel, wo ich vor dreissig Jahren untergebracht war und schon gestern mit Sara vorbeigeschaut hatte. Das Hotel und die Bar waren zu. Schade. Dann ging ich zum einzigen Restaurant von Bruksvallarna, das den Namen "Kerstin" trägt und ass Tapas. Es war super lecker. Excellent. Auch das Bier schmeckte mir hervorragend. Ich trank gleich zwei grosse Flaschen. Es war das erste Bier seit meiner Abreise in der Schweiz vor drei Wochen am 13. Februar. Der Alkohol ist sehr teuer in Schweden und Norwegen. Meiner Leber wird es gut tun, wenn sie ihrer Tätigkeit entlastet wird. Immerhin trinke ich schon seit dreissig Jahren regelmässig. Ohnehin habe ich vor bei meiner Rückkehr mit dem Fasten zu beginnen.
Mein Ladegerät für das Handy habe ich im Rucksack gefunden :-)
Ich übernachtete wieder im Zelt. Angeblich gab es eine Tellerwäscherin, die mich bei ihr aufnehmen wollte. Keine Ahnung wer das war. Das Zelt stand an einem windstillen Platz zwischen Langlaufloipe und Schneemobilpiste. Zum Schlafen konnte ich sogar die Socken ausziehen. Meine übliche Schlafbekleidung besteht aus: Thermohemd, darüber ein T-Shirt und darüber noch ein langärmliges T-Shirt oder Jacke (je nach Temperatur), lange Thermounterhosen und Skisocken. Trotz angenehmer Temperatur konnte ich nicht sonderlich gut schlafen. Die Isolations-Luftmatte isoliert sehr gut gegen die Kälte, aber sie ist halt nicht sonderlich bequem. Die Innenwand war wieder gefroren, obwohl ich die Belüftungsöffnung diese Nacht weiter geöffnet hatte.
Strecke und Eindrücke 7. Tag
Montag, 23. März 2020
6. Tag (4.3.2020)
Wie jeden Morgen ist das Aufstehen eine Qual. Gerne würde ich noch länger im Schlafsack liegen bleiben und nicht in die kühlen Schuhe steigen müssen. Das Abbauen und zusammen packen dauert eine halbe Stunde. Die Füsse sind kalt und werden erst beim Laufen warm.
Es war stürmisch. Nach zwei hundert Meter lief ich bei der Schutzhütte vorbei, die ich gestern nicht gefunden hatte. Eine solche Hütte bietet mehr Platz als mein Zelt. Wärmer als im Zelt ist es nicht, eher kälter. Ich überquerte die erste Autostrasse, die von Schweden nach Norwegen führte. Daran lag das Ort Tänndalen, wo ich mir eine Coca Cola gönnen wollte. "Restaurant" stand auf einem Schild, aber es existiert schon seit drei Jahren nicht mehr. Auch die Unterkunft wurde in Wohnungen umgebaut, was mir eine Schwedin in meinem Alter sagte, die ich nach dem Restaurant fragte. Sie war mit ihrem Mann in ihrer Ferienwohnung. Sie haben mich zum Chili-Con-Carne eingeladen und ich habe die Einladung dankend angenommen. Ich esse immer nur einmal warm am Tag und zwischendrin gibt es noch Trockenfutter. Eigentlich esse ich viel zu wenig und kann meine verbrauchten Kalorien nicht zuführen. Hunger hatte ich aber auf der Tour noch nie. Ich musste aber nicht lange überlegen, die Einladung anzunehmen. Es folgte ein Erlebnis, was mich auch später auf meiner Tour noch länger beschäftigen sollte. Die Gastgeberin erinnerte mich an eine alte Freundin, die ich vor dreissig Jahren bei einem Sprachaufenthalt in Edinburgh kennen gelernt habe. Damals war sie noch neunzehn Jahre alt. Sie hiess wie meine jetzige Gastgeberin Kerstin und kam auch von Uppsala. Ich erfuhr, dass sie mit ihrem Mann und ihrer Familie in Edinburgh zur Sprachschule gingen. Das war das Ort, wo ich sie kennengelernt hatte, aber sie war ohne ihre Familie da und ein paar Jahre früher. Ein paar Jahre später hatte ich sie nochmals in Norwegen getroffen. Das letzte Lebenszeichen von ihr war ein Brief, den sie mir aus Frankreich geschrieben hatte, als sie das erste Mal schwanger war. Da dürfte sie vielleicht fünfundzwanzig gewesen sein. Leider habe ich nicht nachgefragt. Sie schien mir auch eher vier Jahre älter als jünger zu sein. Das beschäftige mich die nächsten Tage, mehr als mich das Lawinenunglück nachdenklich machte. Das habe ich überraschend gut verarbeiten können. Ich habe einen damaligen Freund auf Facebook angeschrieben und ihn nach zusätzlichen Informationen über Kerstin gefragt, aber keine keine Antwort erhalten.
Damit ich schneller vorwärts kam, bin ich auf der Langlaufpiste gelaufen. Ich hatte vor nach Bruksvallarna zu laufen. Bruksvallarna ist das Langlaufzentrum des schwedischen Nationalteams. Ich war da vor gut dreissig Jahren im Trainingslager. Ich habe schöne Erinnerungen von dieser Zeit. Gunde Svan und Thomas Wassberg konnte ich damals live bestaunen. Ich hatte den Plan geschmiedet in Bruksvallarna in die Bar zu gehen, wo ich abends Bier getrunken hatte und ein Erinnerungsfoto zu machen, was ich bei Gelegenheit einem damaligen Trainingspartner und Konkurrent Armin Beeler zeigen wollte. Dazu wird es aber nicht kommen. Das Hotel war nicht für die Öffentlichkeit geöffnet und die Bar geschlossen. Aber alles der Reihe nach:
Als ich Kerstin und ihren Mann verlassen habe und Richtung Bruksvallarna lief, traf ich auf der Langlaufpiste eine junge hübsche Dame aus Stockholm. Nach einem kurzen Gespräch bot sie mir an, mich mit dem Auto nach Bruksvallarna zu fahren. Das war günstig. Ich wusste nicht, ob ich da eine günstige Unterkunft finden würde. Meine letzte Dusche lag schon wieder drei Tage zurück und ich hätte nichts dagegen gehabt in einem Hotel zu übernachten. Sie lief mit ihren Langlaufskiern nach Tänndalen von wo ich gerade herkam. Sie wohnte in der Ferienwohnung ihrers Grossvaters. Ich selber lief weiter zur nächsten Ortschaft Fünesdalen, wo wir uns im Supermarkt verabredeten. Das war fast drei Stunden später. Es folgte eine kurzweilige Autofahrt ins zehn Kilometer entfernte Bruksvallarna. Sara hatte ihr Snowboard im Auto. Sie arbeitet im Marketing und oft von zu Hause aus. Weil ich keine bezahlbares Zimmer in Bruksvallarna gefunden habe, hat sie mich in einem Hotel in Fünesdalen abgesetzt. Das einfache Zimmer kostete mich sechzig Franken. Günstiger wird man in Schweden kaum etwas finden. Ich wusste, dass es schwierig sein würde in Bruksvallarna ein bezahlbares Zimmer zu finden. Ich wollte meine Langlaufskiferien vor der Skitour eigentlich da verbringen. Ich fand dann in Norwegen ein Bungalow auf einem Campingplatz. Ich hätte aber lieber in Schweden eine Unterkunft gefunden.
Strecke und Eindrücke 6. Tag
Es war stürmisch. Nach zwei hundert Meter lief ich bei der Schutzhütte vorbei, die ich gestern nicht gefunden hatte. Eine solche Hütte bietet mehr Platz als mein Zelt. Wärmer als im Zelt ist es nicht, eher kälter. Ich überquerte die erste Autostrasse, die von Schweden nach Norwegen führte. Daran lag das Ort Tänndalen, wo ich mir eine Coca Cola gönnen wollte. "Restaurant" stand auf einem Schild, aber es existiert schon seit drei Jahren nicht mehr. Auch die Unterkunft wurde in Wohnungen umgebaut, was mir eine Schwedin in meinem Alter sagte, die ich nach dem Restaurant fragte. Sie war mit ihrem Mann in ihrer Ferienwohnung. Sie haben mich zum Chili-Con-Carne eingeladen und ich habe die Einladung dankend angenommen. Ich esse immer nur einmal warm am Tag und zwischendrin gibt es noch Trockenfutter. Eigentlich esse ich viel zu wenig und kann meine verbrauchten Kalorien nicht zuführen. Hunger hatte ich aber auf der Tour noch nie. Ich musste aber nicht lange überlegen, die Einladung anzunehmen. Es folgte ein Erlebnis, was mich auch später auf meiner Tour noch länger beschäftigen sollte. Die Gastgeberin erinnerte mich an eine alte Freundin, die ich vor dreissig Jahren bei einem Sprachaufenthalt in Edinburgh kennen gelernt habe. Damals war sie noch neunzehn Jahre alt. Sie hiess wie meine jetzige Gastgeberin Kerstin und kam auch von Uppsala. Ich erfuhr, dass sie mit ihrem Mann und ihrer Familie in Edinburgh zur Sprachschule gingen. Das war das Ort, wo ich sie kennengelernt hatte, aber sie war ohne ihre Familie da und ein paar Jahre früher. Ein paar Jahre später hatte ich sie nochmals in Norwegen getroffen. Das letzte Lebenszeichen von ihr war ein Brief, den sie mir aus Frankreich geschrieben hatte, als sie das erste Mal schwanger war. Da dürfte sie vielleicht fünfundzwanzig gewesen sein. Leider habe ich nicht nachgefragt. Sie schien mir auch eher vier Jahre älter als jünger zu sein. Das beschäftige mich die nächsten Tage, mehr als mich das Lawinenunglück nachdenklich machte. Das habe ich überraschend gut verarbeiten können. Ich habe einen damaligen Freund auf Facebook angeschrieben und ihn nach zusätzlichen Informationen über Kerstin gefragt, aber keine keine Antwort erhalten.
Damit ich schneller vorwärts kam, bin ich auf der Langlaufpiste gelaufen. Ich hatte vor nach Bruksvallarna zu laufen. Bruksvallarna ist das Langlaufzentrum des schwedischen Nationalteams. Ich war da vor gut dreissig Jahren im Trainingslager. Ich habe schöne Erinnerungen von dieser Zeit. Gunde Svan und Thomas Wassberg konnte ich damals live bestaunen. Ich hatte den Plan geschmiedet in Bruksvallarna in die Bar zu gehen, wo ich abends Bier getrunken hatte und ein Erinnerungsfoto zu machen, was ich bei Gelegenheit einem damaligen Trainingspartner und Konkurrent Armin Beeler zeigen wollte. Dazu wird es aber nicht kommen. Das Hotel war nicht für die Öffentlichkeit geöffnet und die Bar geschlossen. Aber alles der Reihe nach:
Als ich Kerstin und ihren Mann verlassen habe und Richtung Bruksvallarna lief, traf ich auf der Langlaufpiste eine junge hübsche Dame aus Stockholm. Nach einem kurzen Gespräch bot sie mir an, mich mit dem Auto nach Bruksvallarna zu fahren. Das war günstig. Ich wusste nicht, ob ich da eine günstige Unterkunft finden würde. Meine letzte Dusche lag schon wieder drei Tage zurück und ich hätte nichts dagegen gehabt in einem Hotel zu übernachten. Sie lief mit ihren Langlaufskiern nach Tänndalen von wo ich gerade herkam. Sie wohnte in der Ferienwohnung ihrers Grossvaters. Ich selber lief weiter zur nächsten Ortschaft Fünesdalen, wo wir uns im Supermarkt verabredeten. Das war fast drei Stunden später. Es folgte eine kurzweilige Autofahrt ins zehn Kilometer entfernte Bruksvallarna. Sara hatte ihr Snowboard im Auto. Sie arbeitet im Marketing und oft von zu Hause aus. Weil ich keine bezahlbares Zimmer in Bruksvallarna gefunden habe, hat sie mich in einem Hotel in Fünesdalen abgesetzt. Das einfache Zimmer kostete mich sechzig Franken. Günstiger wird man in Schweden kaum etwas finden. Ich wusste, dass es schwierig sein würde in Bruksvallarna ein bezahlbares Zimmer zu finden. Ich wollte meine Langlaufskiferien vor der Skitour eigentlich da verbringen. Ich fand dann in Norwegen ein Bungalow auf einem Campingplatz. Ich hätte aber lieber in Schweden eine Unterkunft gefunden.
Strecke und Eindrücke 6. Tag
Sonntag, 22. März 2020
5. Tag (3.3.2020)
Gleich beim Erwachen habe ich festgestellt, dass sich mein Handy nicht mehr einschalten lies. Gestern war die Akkuanzeige noch bei sechzig Prozent. Die letzten Tage war es kaum wärmer als zehn Grad minus. Auf die Ladeanzeige konnte ich mich da nicht verlassen. Ich habe zwar eine externe Batterie dabei, aber leider habe ich das Ladekabel in Flötningen vergessen. Schon vor zwei Tagen musste ich mein Handy in Grövelsjön bei einem Hotelangestellten aufladen. Eine Landkarte hatte ich keine dabei, was ein wenig fahrlässig ist. Natürlich habe ich mir auch darüber Gedanken gemacht (wie über alle anderen Gefahren auch). Ich hatte ja genügend Zeit und irgendwie musste ich die Zeit ja auch Gedanken füllen, auch wenn ich sie gerne mit Leere gefüllt hätte. Buddha bin ich aber nicht, auch wenn ich wenig Erfahrung mit Meditation habe. Wenn ich weiter nach Norden laufe wird mein Weg irgendwann eine Strasse queren. Ich wusste nicht wie lange das dauern würde, aber ich hatte genügend Lebensmittel für fast eine Woche dabei. Ohne Karte konnte ich nicht sehen wie das Gelände ist. Es könnte eine lange und anstrengende Tour werden. Mein mechanischer Kompass hatte auch Abweichungen mit meiner Kompass-App auf dem Handy von bis zu fünfzehn Grad, was ich gestern noch bemerkt habe. Wie üblich habe ich am Vortag die Route für den nächsten Tag studiert. Nur wenige Kilometer Nord-Nord-West von meinem letzten Biwack führt eine offizielle Route vorbei. Wenn ich die finde, wird es einfach sein, ihr zu folgen. Es verging keine halbe Stunde als ich auf einem See lief und fünfhundert Meter westlich eine Hütte sah. Zum Glück hatte es an diesem Tag keinen Nebel. Aus dem Kamin kam Rauch. Auf dem See hatte jemand zum Fischen Löcher in das Eis gebohrt. Das Eis muss einen Meter dick sein, was mich beruhigte. In der Hütte hat mich ein junger Norweger begrüsst. Ich trat in die beheizte Hütte ein und freute mich, dass ich so schnell den Weg gefunden hatte. Er hatte sogar ein passendes Handykabel dabei. Später kam sein Freund mit seinen Schlittenhunden an. Es gab eine angeregte Diskussion. Ich war verpflegt und mein Handy wieder aufgeladen. Der offizielle Weg verlief hundert Meter neben der Hütte. Perfekt.
Ich kam in einer STF-Hütte in Skedbrostugan an, wo ich mich für längere Zeit aufhielt, mich aufwärmte und im Tagebuch schrieb. Gerne hätte ich hier übernachtet, aber die fünfzig Euro für ein Bett waren mir zu viel. Ausserdem hatte ich kein schwedisches Geld dabei und auch im Land der bargeldlosen Einkäufe ist das Bargeld mancher Ort immer noch in Benutzung (Es wird das einzigste Mal sein, wo ich nicht mit der Karte zahlen konnte). Ich machte mich auf den Weg und lief in der Dunkelheit. Die offiziellen Wege sind sehr gut markiert und an jeder Markierung war ein Reflektor angebracht, so dass ich mit der Stirnlampe den Weg nicht verlieren konnte. Die auf der Karte eingezeichnete Schutzhütte konnte ich nicht finden. Deshalb habe ich im Zelt übernachten müssen.
Wie oft war es auch in dieser Nacht windig. Das Aufstellen des Zeltes ist im Wind unangenehmer, aber immer noch einfach. Ich bemühe mich aber stets darum, eine weniger windeponierte Biwackstelle zu finden.
Strecke und Eindrücke 5. Tag
Ich kam in einer STF-Hütte in Skedbrostugan an, wo ich mich für längere Zeit aufhielt, mich aufwärmte und im Tagebuch schrieb. Gerne hätte ich hier übernachtet, aber die fünfzig Euro für ein Bett waren mir zu viel. Ausserdem hatte ich kein schwedisches Geld dabei und auch im Land der bargeldlosen Einkäufe ist das Bargeld mancher Ort immer noch in Benutzung (Es wird das einzigste Mal sein, wo ich nicht mit der Karte zahlen konnte). Ich machte mich auf den Weg und lief in der Dunkelheit. Die offiziellen Wege sind sehr gut markiert und an jeder Markierung war ein Reflektor angebracht, so dass ich mit der Stirnlampe den Weg nicht verlieren konnte. Die auf der Karte eingezeichnete Schutzhütte konnte ich nicht finden. Deshalb habe ich im Zelt übernachten müssen.
Wie oft war es auch in dieser Nacht windig. Das Aufstellen des Zeltes ist im Wind unangenehmer, aber immer noch einfach. Ich bemühe mich aber stets darum, eine weniger windeponierte Biwackstelle zu finden.
Strecke und Eindrücke 5. Tag
4. Tag (2.3.2020)
Ich schreibe immer zeitversetzt. Das kann ein paar Tage später sein - immer dann wenn ich eine vernünftige Schreibunterlage habe. Schreiben im Zelt ist schwierig, unbequem und kalt. Der wärmste Ort ist nun einfach der Schlafsack, worin ich versinke. Ich lasse nur gerade einen kleinen Spalt geöffnet, woraus ich atme. (Ich schreibe diese Zeilen in Bruksvallarna drei Tage später).
Nachdem ich am Morgen das Biwack abgebaut habe, ging es weiter Richtung Norden. Ich hatte Schmerzen im rechten Knie, wenn ich es zur Seite nach innen drückte. Ich habe wohl meine Sehnen überdehnt als ich ich in der Lawine die Skier ausgezogen habe. Wie schlimm die Verletzung war, konnte ich noch nicht abschätzen. Zum Skifahren hätte es nicht gereicht, zum Skaten auch nicht, aber zum Skitourenlaufen zum Glück schon. So lief ich ohne mir grosse Sorgen machen zu müssen los. Die Navigation-App "Schweden-Topo-Maps" ist eine unverzichtbare Hilfe und die Navigation einfach. Landkarten hatte ich keine dabei und umso wichtiger war, dass mein Smartphone nicht kaputt geht. Mit Landkarten und Kompass zu arbeiten ist eine Herausforderung.
Heute habe ich nur dreizehn Kilometer geschafft. Das Gelände war voller Felsblöcke. Der Schnee war gefühlt meterhoch und ich musste mir einen Weg zwischen oder über den Felsblöcken suchen. Ein Stockbruch alleine hätte es zum Balancieren sehr schwierig gemacht. Nicht vorzustellen, was passiert wäre, wenn ich einen Ski gebrochen hätte. Der Schnee war sehr tief und zu Fuss hätte ich den Weg freischaufeln müssen. Ausserdem hatte es bei den Felsen immer wieder tiefe Löcher, die ich sehr vorsichtig umgehen musste. Die Skier hielten und werden hoffentlich bis zum letzten Tag halten. Sie sind norwegische Skier der Marke Asnus und 195 cm lang. Ein bisschen kürzer und breiter wäre für dieses Gelände besser gewesen. Im Hochsteigen im tiefen Schnee im Grätschritt kreuzen sich die Skienden.
Ich kam zu einem Fluss, der nicht zugefroren war. Ich habe Flüsse gar nie überquert und Seen (von denen gab es hunderte) immer mit viel Respekt. Meine Kleider sind in einem wasserdichten Beutel verpackt. So lange ich meinen Rucksack besitze, könnte ich immer noch meine nassen Kleider wechseln. Sonst ist ein Erfrieren eine schnelle Angelegenheit.
Bei den vielen Felsblöcken war ein Vorwärtskommen sehr zeitintensiv. Auf der Karte sind diese Felsen nicht gut eingezeichnet. Die felsfreieren Stellen sind grün eingezeichnet. Im Tal hat es üblich weniger Felsen als am Hang oder oben drauf. Vor Dunkelheit habe ich das Zelt aufgestellt. Beim Anblick des Zeltes könnte man auf die Idee kommen, dass so eine Übernachtung romantisch sein könnte. Die begrenzten Platzverhältnisse machen das Kochen, das Ab- und Anziehen und das Packen schwierig. Toillettengänge sind als Mann zum Glück einfacher. Im Zelt ist es wärmer als draussen. Das Kondenswasser friert aber an den Zeltinnenwänden. Der Schlafsack berührt die kalten Zeltwände.
Ich habe in meiner zweiten Biwacknacht auch gut geschlafen. Es macht mir auch nichts aus alleine in der Wildnis zu schlafen. Ich habe keine Angst. Sicher wäre es zu zweit gemütlicher.
Strecke und Eindrücke 4. Tag
Nachdem ich am Morgen das Biwack abgebaut habe, ging es weiter Richtung Norden. Ich hatte Schmerzen im rechten Knie, wenn ich es zur Seite nach innen drückte. Ich habe wohl meine Sehnen überdehnt als ich ich in der Lawine die Skier ausgezogen habe. Wie schlimm die Verletzung war, konnte ich noch nicht abschätzen. Zum Skifahren hätte es nicht gereicht, zum Skaten auch nicht, aber zum Skitourenlaufen zum Glück schon. So lief ich ohne mir grosse Sorgen machen zu müssen los. Die Navigation-App "Schweden-Topo-Maps" ist eine unverzichtbare Hilfe und die Navigation einfach. Landkarten hatte ich keine dabei und umso wichtiger war, dass mein Smartphone nicht kaputt geht. Mit Landkarten und Kompass zu arbeiten ist eine Herausforderung.
Heute habe ich nur dreizehn Kilometer geschafft. Das Gelände war voller Felsblöcke. Der Schnee war gefühlt meterhoch und ich musste mir einen Weg zwischen oder über den Felsblöcken suchen. Ein Stockbruch alleine hätte es zum Balancieren sehr schwierig gemacht. Nicht vorzustellen, was passiert wäre, wenn ich einen Ski gebrochen hätte. Der Schnee war sehr tief und zu Fuss hätte ich den Weg freischaufeln müssen. Ausserdem hatte es bei den Felsen immer wieder tiefe Löcher, die ich sehr vorsichtig umgehen musste. Die Skier hielten und werden hoffentlich bis zum letzten Tag halten. Sie sind norwegische Skier der Marke Asnus und 195 cm lang. Ein bisschen kürzer und breiter wäre für dieses Gelände besser gewesen. Im Hochsteigen im tiefen Schnee im Grätschritt kreuzen sich die Skienden.
Ich kam zu einem Fluss, der nicht zugefroren war. Ich habe Flüsse gar nie überquert und Seen (von denen gab es hunderte) immer mit viel Respekt. Meine Kleider sind in einem wasserdichten Beutel verpackt. So lange ich meinen Rucksack besitze, könnte ich immer noch meine nassen Kleider wechseln. Sonst ist ein Erfrieren eine schnelle Angelegenheit.
Bei den vielen Felsblöcken war ein Vorwärtskommen sehr zeitintensiv. Auf der Karte sind diese Felsen nicht gut eingezeichnet. Die felsfreieren Stellen sind grün eingezeichnet. Im Tal hat es üblich weniger Felsen als am Hang oder oben drauf. Vor Dunkelheit habe ich das Zelt aufgestellt. Beim Anblick des Zeltes könnte man auf die Idee kommen, dass so eine Übernachtung romantisch sein könnte. Die begrenzten Platzverhältnisse machen das Kochen, das Ab- und Anziehen und das Packen schwierig. Toillettengänge sind als Mann zum Glück einfacher. Im Zelt ist es wärmer als draussen. Das Kondenswasser friert aber an den Zeltinnenwänden. Der Schlafsack berührt die kalten Zeltwände.
Ich habe in meiner zweiten Biwacknacht auch gut geschlafen. Es macht mir auch nichts aus alleine in der Wildnis zu schlafen. Ich habe keine Angst. Sicher wäre es zu zweit gemütlicher.
Strecke und Eindrücke 4. Tag
3. Tag (1.3.2020)
Dieser Tag wird mir für ewig in Erinnerung bleiben. Ich bin in eine Lawine gekommen. Es war stürmisch und es hat geschneit als ich los lief. Die Sicht betrug etwa hundert Meter. Anfänglich bin ich dem Snowmobil-Track gefolgt. Die Spur ist alle alle fünfzig Meter markiert, so dass nur ein Blinder vom Weg abkommen könnte. Es hatte beachtlich viel Neuschnee auf der Piste. Oben auf der Kuppe habe ich den Weg verlassen und bin links abgebogen, obwohl die Sicht schlecht war. Angst hatte ich keine. Ich habe auf dem Smartphone eine hervorragende App installiert, die die genaue Position sehr zuverlässig anzeigt. Auf der App sind alle wichtigen Informationen wie Höhenlinien eingezeichnet, so wie man das auch in der Schweiz von einer Landkarte im Massstab 1:25000 kennt. Ich hatte auch noch einen mechanischen Kompass dabei. Um ein bisschen Übung zu bekommen habe ich nach Gefühl navigiert, aber regelmässig mit der App nachkontrolliert. Es war einfacher abseits der Piste zu laufen. Der Wind hatte den Neuschnee weggeblasen, so dass ich auf hartem Schnee lief. Die Sicht wurde besser. Leider habe ich mich dann zu lange bei der Navigation auf mein Auge verlassen und auf mein Gefühl vertraut und bin dann zu stark westlich von der Idealinie abgekommen. Nach einer kurzen Kontrolle habe ich den Fehler bemerkt und wollte ihn korrigieren und um den Berg herum laufen, damit ich nicht nochmals aufsteigen musste. Ich habe die Richtung dann aber nicht mehr überprüft. Die Abfahrt mit den Skiern gestaltete sich schwierig. Die Backcountry-Skier sind ein Mix zwischen Touren- und Langlaufskier. Sie haben zwar Metallkanten, aber die Schuhe und die Bindung sind fast identisch mit Langlaufskiern und Schuhe - nur etwas breiter. Ich kam immer tiefer. Dann kam dieser blöde Rentierzaun und zwang mich noch weiter talabwärts zu fahren anstelle den Berg zu traversieren. Plötzlich befand ich mich in einem Steilhang mit sehr tiefem windverwehten Pulverschnee. Ich habe meine prekäre Lage sofort realisiert. Mein erster Gedanke war: "Shit!" Zwei Sekunden später kam der Hang in Bewegung und ich rutschte auf meinem Rucksack mit den Skiern voraus in der Lawine mit. Mein erster Gedanke war: "Oh, nei, Bittä nüd!" Wenn es irgendwelche Zweifel gegeben hätte, ob das Leben lebenswert ist und ich noch länger "da-sein" möchte, hätte sich diese Frage nun geklärt. Dann dachte ich an meine Familie. Ich wäre, wenn überhaupt, erst im Sommer gefunden worden. Dann fokussierte ich mich nur noch auf das Geschehen. Ich habe versucht, die Skier auszuziehen als ich in der Lawine den Hang runterrutschte, was mir aber nicht gelang. Dann wollte ich kontrolliert in der Lawine runterkommen. Der Hang war nicht sehr lang und zu meinem Glück lagen da auch grosse Felsbröcke, die die Lawine nach etwa fünfzig Meter zum Stoppen brachten. Mich hatte sie neunzig Grad nach rechts gedreht. Ich konnte meine Skier und Rucksack abschnallen. Dann schaute ich den Hang an und wo ich am besten aus dem Hang rauslaufen konnte ohne eine Nachlawine auszulösen. Ich stand neben einem Felsen und machte erstmals ein Foto. Zuerst lief ich zu Fuss nur mit den Skiern und Skistöcken in den Händen aus dem Lawinenhang. Dann holte ich den Rucksack, welchen ich rauszog. Meine Thermosflasche war aussen am Rucksack angemacht und ging verloren. Das Risiko war mir zu gross, nach ihr zu suchen. Ich machte mich bald wieder auf den Weg. In Gedanken war ich noch lange bei der Lawine. Ich dankte, an wen auch immer, dass ich so glimpflich davon gekommen bin. Der Zeitverlust von zwei Stunden war ohne Bedeutung. Immerhin hatte ein Schneemobil eine Piste für seine Huskys gewälzt, der ich folgen konnte bis zu meinem ersten Biwakplatz auf der Tour. Das Aufstellen des Zeltes war einfach. Wegen den drei Verstrebungen ist es sehr stabil und es steht auch ohne dass man es mit Heringen sichern muss. Es ist halt ein Ein-Personen-Zelt und bietet gerade Platz für mich und meinen Rucksack. Im kleinen Vorzelt kann man kochen.
Strecke und Eindrücke 3. Tag
Strecke und Eindrücke 3. Tag
2. Tag (29.2.2020)
Als ich nach dem Frühstück losgelaufen bin, war es immer noch sehr kalt, so kalt, dass mein Thermometer, das bis Minus 20 Grad geht, die Temperatur nicht anzeigen konnte. Meine Schuhe und Füsse erwärmten sich bei jedem Schritt. Nur meine Fingerspitzen froren. Nach gut einer Stunde konnte ich bereits meine Jacke ausziehen, so warm wurde es mir. Ich lief die ersten drei Kilometer auf der Snowmobilepiste. Es ist schon beängstigend, wenn die Scooter mit hohem Tempo an mir vorbeifahren. Nach meiner Einschätzung bringen die das grösste Unfallrisiko. (Wie sich später gezeigt hat, war das eine krasse Fehleinschätzung. Das grösste Risiko einer jeden Tour ist das Fehlen eines Partners.) Dann verlies ich die Piste und lief querfeldein auf dem direktesten Weg zu meinem Etappenziel Grövelsjön. Das Wetter war wie gestern schon sonnig. Traumhaft. Ich lief auf einem Meter Pulverschnee. Ohne die Skier wäre es fast unmöglich, sich fortzubewegen. Bald schon begann mein Rucksack auf den Schultern zu drücken und auf dem Rücken zu reiben. Er wiegt vermutlich mindestens zwanzig Kilo, was eigentlich zu schwer ist, um eine Skitour zu geniessen und den Fokus nicht auf den Schmerzen liegt. Ich muss aufpassen, dass ich nicht in ein Schneeloch falle. Das kann gefährlich sein. Einmal bin ich hingefallen und musste mich dann vom Rucksack befreien und meine Skier ausziehen, um wieder aufstehen zu können. Nach knapp sechs Stunden habe ich das Tagesziel erreicht. Ich war erschöpft. Die Wettervorhersage war kalt und ich wollte nicht im Zelt übernachten. Die Übernachtung im SFT in einem kleinen Zimmer ohne Bad hat mich fast neunzig Franken gekostet. Ich war froh diesen Komfort geniessen zu können. Die Sauna habe ich mit Freude benutzt.
Strecke und Eindrücke 2. Tag
Strecke und Eindrücke 2. Tag
1. Tag (28.2.2020)
Gegen Mittag bin ich vom Husky-Camp in Flötningen (Schweden) losgelaufen. Für heute habe ich mir vorgenommen, die Hütte in Guttudalskojan zu erreichen, was ich auch kurz vor Dunkelheit geschafft habe. In der Hütte, die zum Glück offen war, hatte es zwei Holzbetten ohne Matratzen. Es war niemand da. Es war kalt drinnen. Beim Ausatmen gefror die Feuchtigkeit in der Luft. Ich habe Holz gehackt und den Ofen angefeuert. Die Raumtemperatur wurde dadurch nicht wesentlich erhöht, aber ich konnte meine Hände und Füsse aufwärmen. An diesem Abend kochte ich Pasta und mischte sie mit Reibkäse. Die Nacht schlief ich überraschend gut. Im Schlafsack war es angenehm warm.
Strecke und Eindrücke 1. Tag
Strecke und Eindrücke 1. Tag
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